Unsere Schule

Wir, die Europäische Schule Saarland (ESS), sind Teil des Systems der Europäischen Schulen, die in ganz Europa vertreten sind. Die ESS begründet dabei die erste staatliche Schule im System der Europäischen Schulen in Deutschland. Unsere Schule steht allen Kindern offen und ist für Eltern kostenlos. Das Schulsystem gliedert sich in einen fünfjährigen Primar- und einen siebenjährigen Sekundarbereich. Die Schulausbildung führt zum Europäischen Abitur, einem Abschluss, der als Zugangsqualifikation zu Universität und Hochschule in allen Mitgliedsstaaten anerkannt ist. 

Am 2. September 2021 öffneten wir erstmals unsere Türen für die ersten Schüler*innen. Insgesamt wurden an diesem Tag 43 Kinder Teil unserer Schulgemeinschaft. 27 Kinder in der deutschen und englischen Sprachsektion besuchen derzeit die P1. 18 Kinder sind Teil der englischen und deutschen P5. Unsere Schüler*innen werden derzeit von 18 teilabgeordneten Lehrer*innen und 5 Erzieher*innen und Pädagogen unterrichtet und betreut. Viele unserer Mitarbeiter waren selbst über eine längere Zeit im Ausland und haben dort beispielsweise an einer Deutsch-Internationalen oder einer Europäischen Schule unterrichtet. Andere wiederum haben bereits viel Erfahrung im bilingualen Unterrichten oder besitzen einen Abschluss im Studiengang Europalehramt. Das Kollegium ist dabei so bunt und vielfältig wie unsere Schülerschaft, welche ganz unterschiedliche kulturelle und sprachliche Hintergründe mit sich bringt.

 

 

Unsere Schüler*innen lernen im gebundenen Ganztag von 08:00 bis 16:00 Uhr. Optional bieten wir eine Hortbetreuung bis 18:00 Uhr an. Als freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe stellt der ASB im Auftrag der Schulträger (Regionalverband und Stadt Saarbrücken) das Personal für unser sozialpädagogisches Team. Ein wesentlicher Teil unseres schulischen Konzepts ist die Verzahnung von Lern- und Freizeiten innerhalb des Schultags. Das pädagogische Personal gestaltet die Angebote und Aktivitäten in der gebundenen und ungebundenen Freizeit der Schüler*innen.

Bei der Auswahl der Angebote wird auf die individuelle Lebenswelt der Kinder Bezug genommen. Ebenso orientieren sich die Angebote am europäischen Charakter der Schule. In der ungebundenen Freizeit können die Kinder frei wählen, welches der zahlreichen Angebote sie nutzen wollen. Die gebundene Freizeit besitzt dagegen einen Projektcharakter. Hier werden Inhalte fortlaufend vertieft und sukzessive aufeinander bezogen. Manche Kinder zieht es zum Social Games Club oder dem Builders‘ Club; Andere Kinder genießen wiederum die Entspannung bei unserer Entspannungspädagogin. Sie schafft es, mit Hilfe von selbst geschriebenen Traumreisen die Kinder während eines langen Tages zu erden. Seit kurzem werden auch außerschulische Freizeitaktivitäten der Schüler*innen, wie beispielsweise das Erlernen eines Instruments, in den Schulalltag integriert.

Die beiden Sprachsektionen Deutsch und Englisch ermöglichen es uns, Kinder mit dominierender Sprache Deutsch oder Englisch zu unterrichten. Kinder der englischen Sprachsektion werden somit ab der 1. Klasse in der englischen Sprache alphabetisiert und lernen auch in anderen Fächern wie beispielsweise im Fach Mathematik oder im Fach Discovery of the World in ihrer Muttersprache Englisch.

In den Nebenfächern Kunst, Musik und Sport findet der Unterricht sektionsübergreifend statt. Das heißt: Kinder aus der deutschen und englischen Sektion werden in diesen Fächern gemeinsam unterrichtet. In diesen Unterrichtsstunden ist Deutsch die Basissprache – Englisch und Französisch werden integriert. Für unsere Kinder gehört dieser Sprachenwechsel innerhalb einer Unterrichtsstunde einfach dazu. Die Kinder profitieren davon, indem sie nebenbei mit der neuen Fremdsprache intensiv in den Kontakt kommen und diese aufnehmen. Der Gebrauch beider Sprachen ist für die Schüler*innen dabei ganz authentisch und sinnstiftend.

Die Förderung interkultureller Kompetenzen findet statt, indem Vielfalt im Schulalltag gelebt wird und ein fester Bestandteil dessen ist. Ab der Primarstufe wecken wir schon bei den Kleinsten Interesse für fremde Sprachen und Kulturen und machen so Europa für sie lebendig. Bereits morgens zu Beginn des Unterrichts kommen die Kinder im Morgenkreis zusammen, um sich auf einer der von den Kindern gesprochenen Sprache zu begrüßen. Im Fach Entdeckung der Welt berichten die Kinder von ihren europäischen Lieblingsfesten im Jahresverlauf oder bereiten gemeinsam ein europäisches Frühstück mit vielen Leckereien zu. Diese kleinen Elemente, die ein beständiger Teil eines jeden Unterrichtsfachs sind, zeigen die Vielfalt unserer Kinder. Gleichzeitig leben die Kinder eine Offenheit gegenüber dem, was ihnen bisher noch fremd ist. Wir geben Schüler*innen somit Vertrauen in ihre eigene kulturelle Identität und öffnen gleichzeitig ihre Herzen für die Vielfalt Europas. 

Neben der Stärkung der Muttersprache legen wir einen großen Schwerpunkt auf die Multilingualität, den Erwerb weiterer Fremdsprachen. Die erste Fremdsprache Englisch (in der Deutschsektion), Deutsch (in der Englischsektion) oder Französisch (in beiden Sektionen) wird ab der ersten Klasse in fünf Unterrichtsstunden pro Woche unterrichtet. Ab der S1 (6. Klasse) kommt die zweite Fremdsprache hinzu. Hier kann zwischen den Sprachen Italienisch, Spanisch, Französisch und Englisch gewählt werden. In den höheren Klassenstufen wird die erste Fremdsprache dann auch Unterrichtssprache, da immer mehr Fächer in der Fremdsprache unterrichtet werden. Langfristiges Ziel ist es, durch eine sprachlich heterogene Schüler- und Lehrerschaft ein sprachlich immersives Lernumfeld zu schaffen, sodass auf dem Pausenhof die unterschiedlichsten europäischen Sprachen beim Spielen der Kinder wahrgenommen werden können.

Neben dem sprachlichen Schwerpunkt legen wir Wert auf das digitale Lernen. So verfügen alle Klassenräume der europäischen Schule über ein interaktives Whiteboard, Accesspoints für WLAN und LAN-Verbindungen sowie über einen Ipad-Ladeschrank. Das viersäulige Medienkonzept verzahnt die Schlüsselbereiche Infrastrukur, Umsetzung, Fortschritt und Verantwortung. So sieht das Konzept vor, die vorhandenen technischen Mittel zielgerichtet einzusetzen, um sowohl die Medienkompetenz als auch das Erlernen von Inhalten durch und mit medialer Unterstützung zu fördern. Unter dem Gedanken des Blended Learning kommen so gleichermaßen analoge wie digitale Lehr- und Lernmethoden zum Einsatz. Die Schüler und Schülerinnen nutzen die Online-Schule-Saarland als Kursplattform, erstellen sektionsübergreifende Lernvideos zum Sprachaustausch und arbeiten mit fachspezifischen Apps im Unterricht.

Weiterhin sieht das Medienkonzept die regelmäßige Fortbildung der Lehrkräfte sowie medienpädagogische Projekte für die einzelnen Klassen vor, in welchen über die Anwendung der digitalen Endgeräte hinaus auch ein Bewusstsein für die physischen und psychischen Gefahren geschaffen werden soll. Die Umsetzung des Medienkonzepts ermöglicht den Schüler*innen ein zeitgemäßes und flexibles Lernen mit Raum und Zeit für kritisches Denken und Kreativität.

Als Teil der Gemeinschaft der Europäischen Schulen integrieren wir acht Schlüsselkompetenzen in die Grundlage unseres Fächer-Portfolios:

  • die muttersprachliche Kompetenz (Lese-und Schreibkompetenz)
  • die fremdsprachliche Kompetenz
  • die mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenz
  • die digitale Kompetenz
  • die persönlichen und sozialen Kompetenzen und Lernstrategien
  • die Bürgerkompetenz
  • das Kulturbewusstsein und die kulturelle Ausdrucksfähigkeit

Diese key competences sind für uns eine dynamische Kombination aus Kenntnissen, Fertigkeiten und Einstellungen, die ein Lernender von Kindheit an während des ganzen Lebens entwickeln muss. Es sind für uns die Kompetenzen, die alle Menschen für ihre persönliche Entfaltung und Entwicklung, Beschäftigung, soziale Inklusion und aktive Bürger- schaft benötigen und die deshalb als Basis des Lernens an der Europäischen Schule gelten.