Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte an Schulen und Kitas haben mit einer Förderung durch Erasmus+ viele Chancen, sich beruflich weiterzuentwickeln und sich mit Kolleginnen und Kollegen in Europa zu vernetzen. Sei es durch Job Shadowings oder Unterrichtstätigkeiten an anderen Europäischen Schulen, fachspezifischen sowie pädagogischen Fortbildungskursen oder E-Twinning - unsere Lehrkräfte der Europäischen Schule Saarland nutzen die Chancen durch Erasmus+ zur professionellen und persönlichen Weiterentwicklung. 

Unsere Kollegin Stephanie Seckelmann hat Mitte Mai 2026 ein Job Shadowing an der Tallinn European School in Estland absolviert und dabei spannende Einblicke in viele Bereiche des Schullebens gewonnen: 

"Die Schule befindet sich in einem wunderschönen, historischen Gebäude mit hellen, großzügigen Räumen. Besonders beindruckt haben mich die kreativ gestalteten Wände, die von Lehrkräften und Schülern gemeinsam gestaltet wurden. Ich durfte an vielen unterschiedlichen Unterrichtsstunden teilnehmen: vom Kochen über Upcycling bis hin zum Basteln von Abschiedskarten für die Abiturienten durch die Primarstufe.

Am meisten begeistert hat mich jedoch die herzliche Atmosphäre der Schule. Überall wurde ich mit großer Offenheit, Freundlichkeit und Wertschätzung empfangen. Diese besondere Begegnungskultur hat meinen Aufenthalt zu einer unvergesslichem Erfahrung gemacht". 

Unsere Kollegin Marie Kullmann absolvierte Anfang Juni ein Job Shadowing an der Europäischen Schule Varese in Italien und kehrte mit viel Wertschätzung für diese großartige Möglichkeit zurück:

„Während der Durchführung des Abiturs an der Europäischen Schule Varese durfte ich nicht nur wertvolle Einblicke in das Europäische Baccaleaureate gewinnen und viele neue Erfahrungen sammeln, sondern wurde auch von Anfang an unglaublich herzlich aufgenommen. 🤝✨

Schon am ersten Tag vermittelte mich eine Kollegin an den örtlichen Ruderclub – und so durfte ich am Abend mit italienischen Ruderinnen und Ruderern auf dem wunderschönen Lago di Varese trainieren. 🚣‍♀️🌅 Das alles, obwohl mein Italienisch sich noch sehr in Grenzen hält.

Genau solche Begegnungen zeigen, was Europa ausmacht: Offenheit, Zusammenhalt, gegenseitige Unterstützung und die Freude daran, Menschen über Sprach- und Ländergrenzen hinweg kennenzulernen. 🌍❤️

Für diese Erfahrungen, Gespräche und die herzliche Gastfreundschaft bin ich sehr dankbar. Grazie mille, Varese! 🇮🇹🙏“

Unsere Kollegin Katrin Haßdenteufel hat im Juni 2026 einen Fortbildungskurs in Dublin besucht und durfte sich dabei fachspezifisch auf die besonderen Anforderungen der ESS weiterbilden: 

"Während meiner Erasmus+-Mobilität in Dublin, die von der Europäischen Union kofinanziert wurde, nahm ich an einem CLIL-Kurs (Content and Language Integrated Learning) mit dem Schwerpunkt Mathematik und Geographie teil. CLIL ist ein Unterrichtsansatz, der Fach- und Sprachlernen miteinander verbindet und Lehrkräften dabei hilft, Unterricht auf Englisch zu gestalten sowie Inhalte für Schülerinnen und Schüler verständlich und motivierend aufzubereiten.

Der Kurs vermittelte praxisnahe Strategien zur Unterrichtsplanung, zur Einführung neuer Themen sowie zur Unterstützung von Lernenden durch visuelle Hilfen, gezielten Fachwortschatz und interaktive Lernaktivitäten. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Verknüpfung von CLIL-Methoden mit Künstlicher Intelligenz. Dabei wurde gezeigt, wie KI die Unterrichtsvorbereitung, die Erstellung von Materialien und die individuelle Förderung von Lernenden unterstützen kann.

Einer der wertvollsten Aspekte der Mobilität war die Zusammenarbeit mit Lehrkräften aus verschiedenen europäischen Ländern. Teilnehmende aus Italien, den Niederlanden, Polen und Frankreich teilten ihre Erfahrungen, Unterrichtsmethoden und Perspektiven auf Bildung. Dieser Austausch von Ideen war inspirierend und bereichernd und ermöglichte es uns, voneinander zu lernen und bewährte Praktiken aus unterschiedlichen Bildungssystemen kennenzulernen.

Darüber hinaus erhielten wir Einblicke in das irische Bildungssystem. Die gesamte Erfahrung lieferte zahlreiche neue Impulse für den eigenen Unterricht und stärkte zugleich die europäische Dimension von Bildung und Zusammenarbeit."

Anna Grill hat im Mai 2026 an der International European School Warsaw über fünf Tage im Rahmen eines Job Shadowings hospitiert.

Bei ihrem Besuch in Polen beobachtete sie den Unterricht in der Erst-, Zweit- und Drittsprache in Polnisch, Deutsch, Englisch und Spanisch sowie den Förderunterricht dieser Sprachen auf unterschiedlichen Niveaustufen von der Sekundarstufe 1 bis hin zum Europäischen Abitur und nahm an Treffen und Gesprächen mit dem Schulteam, SchülerInnen und der Schulleitung teil. Der Besuch bot eine hervorragende Gelegenheit zum Austausch bewährter Praktiken und zum Ausbau der internationalen Zusammenarbeit.

Besonders beeindruckend fand sie einige Projekte, die darauf ausgerichtet sind, die persönlichen und sozialen Lernkompetenzen zu stärken und die Bedeutung von Europa und seiner Werte hervorzuheben. Vielleicht wäre es überlegenswert, ähnliche Projekte an der ESS zu initiieren?